Die Cölner Thorburgen 1180 — 1883

Einzigartiges Panorama historischer Befestigungsanlagen

Quelle: Internetseite der Kirchenzeitung Köln

Pantaleonsthor.

Im Mittelalter besonders, aber auch schon früher und später boten die Stadtmauern ihren Bürgern Zuflucht und Sicherheit vor Eroberungen, Plünderungen und bedrückenden Besetzungen durch fremde Truppen.

Mit 52 Wachtürmen und 12 aufwendigen Torburgen war die Kölner Stadtmauer die gewaltigste und längste Befestigunganlage ihrer Zeit. Im Jahr 1179 gingen die Bürger Kölns daran, eine neue Stadtmauer zu errichten, ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Stadt. Es war übrigens die dritte Erweiterung der Domstadt.

Über 70 Jahre dauerte die Bauzeit der starken Stadtbefestigung. Das Stadtgebiet wuchs damit innerhalb der großen Anlage um 400 ha an. Nun werden nicht nur Köln-Besucher, sondern auch die Kölner selbst fragen, was denn davon übrig geblieben ist. Einige Torbauten stehen noch, sind bekannt und werden gepflegt. Aber wo ist der große Rest? Zwischen 1881 und 1888 wurden die imposanten Torburgen und Wachtürme bei der Durchführung einer vierten Stadterweiterung bedauerlicherweise bis auf wenige Überbleibsel abgerissen. Der Mauerring galt bis zu diesem Zeitpunkt zwar als Symbol des Schutzes und der Zuflucht, aber er hatte seine eigentliche Funktion verloren.

Mehr noch: Kölns Bürger empfanden die mittelalterliche Befestigung als einengend und sahen es als Fortschritt an, als mit dem Abriss begonnen wurde. Verloren ist die beeindruckende Baukunst bis auf einige Reste. Beginnen wir im Süden mit dem Bayenturm, so folgen die Bottmühle, die Severinstorburg, die Ulrepforte und das Stück Stadtmauer mit Deutschlands ältestem historischem Denkmal, das an den gescheiterten Versuch der Truppen des Kölner Erzbischofs vom Jahr 1268 erinnert, durch einen Mauerdurchbruch nachts in die Stadt einzufallen. Weiter geht es mit der Hahnentorburg, mit einem weiteren Stück Mauerwerk am Hansaring, der Eigelsteintorburg und schließlich dem kleinen Turm am nördlichen Rheinufer, der im Volksmund gerne als „Weckschnapp“ bezeichnet wird.

Stünde noch das gesamte Befestigungswerk — Köln hätte neben dem Dom ein weiteres bewundertes Weltkulturerbe vorzuweisen. Es wäre ein großartiges Denkmal zum Selbstbehauptungswillen und zur Finanzkraft der Kölner Bürgerschaft.

Aber es gibt eine Möglichkeit, sich dieses Bauwerk in seiner Unvergleichbarkeit und Schönheit vor Augen zu führen. Der Archiv- Verlag in Braunschweig hat mit einer Reprint-Ausgabe „Die Cölner Thorburgen 1180—1883“ eine prachtvolle Buchkassette, die ihresgleichen sucht, neu auf den Markt gebracht. Das Original-Werk mit 60 Tafeln und dem begleitenden Kommentarband wurde vom Architekten- und Ingenieurverein für Niederrhein und Westfalen im Jahre 1884 herausgegeben. Anhand der hervorragenden Präzisionszeichnungen lernt der Leser und Betrachter viele geschichtliche Einzelheiten über das größte mittelalterliche Bauwerk wie Wälle und Gräben, Türme und Tore, sowie Um- und Neubauten kennen.

Viele längst vergessene Details zeichnen die umfassende Dokumentation aus. Es ist die originalgetreue Reprint-Ausgabe, die natürlich ihren Preis hat, aber für Sammler und Liebhaber eindrucksvoll sieben Jahrhunderte Kölner Stadtgeschichte widerspiegelt.

Quelle: Internetseite der Kirchenzeitung Köln

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