Der heilige Nikolaus
Wer war der heilige Nikolaus?

Das wissen die Menschen vom heiligen Nikolaus
Geboren um das Jahr 280/286 in Patra, das ist eine Stadt die ungefähr 60 Kilometer von
der Bischofsstadt Myra entfernt ist.
Früher war Patara eine kleine Stadt. Jeder kannte Jeden. Schon dort war Nikolaus sehr
bekannt.
Um das Jahr 350 nach Christus wurde er zum Bischof von Myra, dem heutigen Demre (oder auch
Kale) in der Türkei. Heute stehen dort noch Reste einer alten und schönen Nikolauskirche.
Nikolaus trat in das seiner Heimatstadt nahgelegenen Kloster von Sion ein und wurde um 300
zum Metropoliten von Myra geweiht. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung
wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. 325 nahm er am 1.
Konzil von Nicäa teil.
Verbreitete Legenden über Nikolaus erzählen: In einer verarmten Familie konnte er
durch gezielte Geldgeschenke, die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin
aufgehängten Socken warf, verhindern, dass der Vater seine drei Töchter zur Prostitution
bewegen musste. Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte konnte er retten, indem er im Traum dem
Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat; in anderer Version rettete sie Nikolaus, indem er
das Schwert des Henkers abwehrend ergriff. Um ein in Seenot geratenes Schiff mit drei Pilgern,
die von Ephesus ausfuhren und das für eine christliche Kapelle bestimmte heilige Öl
in den Diana-Tempel zurückzubringen sollten, zu retten, begab er sich an Bord, stillte
den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen. Drei Jungen fielen auf der Suche nach
Arbeit dem Metzger in die Hände, der sie in ein Pökelfass steckte und zu Wurst verarbeiten
wollte; sie waren schon zerteilt, als der Bischof davon erfuhr und sie wieder zum Leben erweckte.
Vom 15. Jahrhundert an verbreitete sich die Legende von den Getreidehändlern: Nikolaus
erbat bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe
nur 100 Scheffel und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde,
was sich bewahrheitete; Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren
und sogar Saatgut austeilen.
Der Kult um Nikolaus entwickelte sich etwa 200 Jahre später in Griechenland und kam dann
zunächst in die slawischen Länder. Er wurde einer der beliebtesten Volksheiligen
mit vielen legendären Erzählungen, die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite
Art bezeugen. Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten verehrten
Heiligen Russlands, er folgt im Osten in der Verehrung unmittelbar nach Maria.
Nikolaus' zerbrochener leerer Sarkophag wird
noch heute in der wiederhergestellten Unterkirche von Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt.
Im 6. Jahrhundert wurde Nikolaus in der griechischen Kirche verehrt, in Rom zog der Kult im
8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Mittel- und Südeuropa.
Um 980 entstand in Deutschland die ersten Nikolauskirche in Brauweiler. Die 1087 von Piraten
entwendeten Gebeine brachte man Ende des 11. Jahrhunderts nach Bari und errichtete auf den
Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika S. Nicola, die Papst Urban II.
1098 weihte. Als Translationstag gilt der 8. Mai, der in Bari mit einem großen Unzug
begangen wird. Zwischen dem 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen über
2.200 Kirchen nach dem Heiligen Nikolaus benannt.
Nikolaus' Kult in Deutschland wurde im 10. Jahrhundert besonders durch Kaiserin Thephanu, die
griechische Ehefrau des Kaisers Otto II., gefördert. Schon damals entstand der Brauch,
dass Nikolaus die Kinder beschenkt. Grundlage hierfür war der Brauch des "Bischofsspieles"
in Klosterschulen, wo ein Schüler für einen Tag - zuerst am Tag der "Unschuldigen Kindlein",
dann am Nikolaustag - als "Bischof" fungieren durfte.
Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten. Die Volksfrömmigkeit hat seinen
Gedenktag mit reichem Brauchtum liebevoll bedacht, seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer
für Kinder belegt. Ansatzpunkte für Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden
sich in den Legenden. Am Vorabend des 6. Dezembers, dem Nikolaustages beschenkt er - oft zusammen
mit seinem Helfer, Knecht Ruprecht, die Kinder. Am Nikolausabend stellen Kinder ihre Stiefel
oder Strümpfe vor die Tür, diese werden über Nacht von Nikolaus mit Süßigkeiten
gefüllt. Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand, der den Kindern am
Heiligen Abend die Geschenke überreicht, geht auf den niederländischen "Sinterklaas"
zurück; für die weltweite Verbreitung dieses Bildes von Nikolaus sorgte um die Jahrhundertwende
die Firma "Coca Cola", die ihn für Werbung in ihren Firmenfarben benützte.
In Bari wurde neben Kirchen und einem Platz auch das moderne Fussballstadion nach ihm benannt.
Auch in liberalen islamischen Familien beschenkt "Noel Baba" die Kleinen.
Texte aus:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienN/Nikolaus_von_Myra.htm