Weihnachtliches von A - Zeue Seite

Adventssonntage
Christkind
Engel
Evangelium
Glocken
Herrnhuter Stern
Heiland
Hirten
Jesaja
Jesuskind
Josef

Krippe
Krippenspiel
Kurrende
Maria
Ochs und Esel
Schwibbogen
Weihnachtsbogen
Weihnachtsbeleuchtung
Weihnachtsmann
Weihnachtspyramide
X-Mas

Adventssonntage

Die Adventszeit dient der Vorbereitung auf die Geburt Jesu. Zugleich lenkt sie den Blick auf die zweite Ankunft Christi am Ende aller Zeit. Jeder Adventssonntag hat sein eigenes Thema. Am ersten Sonntag lautet es "Der kommende Herr" (Matthäus 21,1-9). Der zweite Sonntag im Advent steht unter dem Leitbild "Der kommende Erlöser" (Lukas 21,25-33) und beschreibt Jesus als den verheißenen Messias. Der 3. Sonntag im Advent steht unter dem Leitmotiv "Der Vorläufer des Herrn" und erinnert an den Wegbereiter Jesu, Johannes den Täufer. Der 4. Adventssonntag steht unter der Überschrift: "Die nahende Freude".



Christkind



"Christkind" ist heute eine vor allem in katholischen Regionen verbreitete Bezeichnung für die Person des weihnachtlichen Gabenbringers. Über diesen Aspekt hinaus herrscht allerdings leichte Ratlosigkeit: Bildliche Darstellungen des Christkinds sind uneinheitlich, lassen zumindest keine gesicherten Aussagen über dieses mysteriöse Wesen zu. Das Christkind wird als inszenierte Kunstfigur im Rahmen der Reformation bekannt und soll angeblich von Martin Luther selbst – in Ablehnung katholischer Heiligenvorstellungen – als Gegendarstellung zum Nikolaus erfunden worden sein. In seiner ursprünglichen Funktion ist es damit parallel zur reformatorischen Kunstfigur des Weihnachtsmannes zu betrachten, der ebenfalls den Schenkbrauch auf das Weihnachtsfest übertragen und damit die Verehrung des Heiligen Nikolaus eindämmen sollte.



Engel



Aus dem lateinischen "angelus" bezeichnet das Wort "Engel" den himmlischen Boten, der entsprechend der biblischen Überlieferung auf Handlungen des Menschen einwirken und ihn somit lenken kann. Seit der christlichen Antike wird der Engel meist mit Flügeln dargestellt, anfangs jugendlich-männlich, ab dem Hochmittelalter zunehmend niedlich-kindlich. Abseits des rein dekorativen Charakters steht der Engel auch als Schutzmacht des Menschen, mancher Gebäude und Gegenstände sowie ganzer Völker.



Evangelium

Evangelium (griech.) heißt übersetzt "Gute Nachricht" und bezeichnet zum einen die Heilsbotschaft von Jesus Christus, zum anderen ist es Sammelbegriff der ersten vier Schriften des Neuen Testaments, die Leben, Sterben und Auferstehung Jesu bezeugen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Die Evangelien sind zwischen 70 und 100 n. Chr. entstanden, verstehen sich jedoch nicht als Geschichtsbücher oder gar Biographien des Lebens Jesu. Sie setzen – abgesehen von Geburt und einigen Hinweisen auf Kindheit und Jugend Jesu – etwa bei seinem 30. Lebensjahr mit seiner Taufe ein.




Glocken



Glocken sind seit dem 8. Jahrhundert im christlichen Kontext verbreitet. Ihre Funktionen waren vielfältig: Glocken konnten zum Gebet rufen, die Tageszeit verraten, vor Unwetter warnen oder auch Verurteilten "das letzte Stündlein schlagen". Glocken und kleinere Handschellen waren schon früh Sinnbild kirchlicher Würde und Festlichkeit und haben im Gottesdienst zunehmend Anwendung gefunden. Durch diesen Symbolgehalt fanden Glocken und ihr Geläut ebenfalls Einzug in zahlreichen Weihnachtsbräuchen – kleine Glöckchen hängen am Weihnachtsbaum und ihr Klang fehlt auf keinem Weihnachtsmarkt.



Herrnhuter Stern



Rot, gelb, weiß - wahlweise auch gemischt - leuchten Herrnhuter Sterne seit Jahrzehnten in unseren Kirchen, häufig auch in Wohnzimmern und immer öfter auch an öffentlichen Orten. Seit über 120 Jahren gibt es in den Herrnhuter Brüdergemeinen den Brauch, in Handarbeit aus Papier einen Stern zu basteln, der von innen beleuchtet werden kann. Um 1880 wurden erstmals nachweislich solche Sterne nach einem simplen geometrischen Entwurf in einem Knabeninternat der Brüdergemeine bei Bautzen gefertigt. Um 1900 wurden sie erstmals in kleinem Rahmen kommerziell hergestellt. Ihre eigentliche weltweite Verbreitung begann jedoch erst nach 1968 mit den in Herrnhut hergestellten Bausätzen, die stets aus 25 einzelnen Zacken bestehen, die der Kunde selbst zusammensetzt. Zunächst waren sie ein binnenkirchlich beliebtes Geschenk von Ost nach West. Seit 1990 hat sich die Angebotspalette stark vergrößert und die weiterhin in Handarbeit hergestellten Sterne finden immer mehr Freunde weltweit, selbst als Hoteldekoration in Dubai.



Heiland

Heiland ist die Übersetzung für das griechische Wort "sotèr", bzw. das lateinische Wort "salvator" (Erlöser, Retter). Es ist abgeleitet vom althochdeutschen Wort "heilen", retten. So wird Jesus Christus als der Retter der Welt bezeichnet, was im Weihnachtsevangelium (Lukas 2) als Frohe Botschaft den Menschen mitgeteilt wird: "Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren."



Hirten


Rembrant - Die Anbetung der Hirten -



Die Figur des Hirten ist fest mit der Weihnachtsgeschichte verbunden. Der Engel verkündet den Hirten die Geburt Christi – dies ist häufig die Auftaktszene umfangreicher Krippenspiele. Seit dem Spätmittelalter finden neben dem zentralen Jesuskind verstärkt Nebenfiguren – so auch die Hirten – Einzug in Krippendarstellungen. Wenngleich die Symbolik dabei vielschichtig ist, erklingt die Frohe Botschaft als erstes bei den sozial benachteiligten Hirten auf dem Feld.



Jesaja

Der Prophet Jesaja lebte im 8. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt Jerusalem. Im Alten Testament sind uns im Buch "Jesaja" seine Worte, aber auch Sprüche anderer Propheten, überliefert. Viele biblische Leitworte in der Advents- und Weihnachtszeit stammen aus dem Buch Jesaja: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst." (Jesaja 9,5) Im Neuen Testament werden Jesajazitate benutzt, um darauf hinzuweisen, dass mit Jesus der im Alten Testament verheißene Retter und Erlöser gekommen ist. Besonders weite Kreise hat der Vers 14 aus dem 7. Kapitel des Jesajabuches gezogen: "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären." Der hebräische Originaltext lautet: " Siehe, eine junge Frau ist schwanger...."



Jesuskind



Das Jesuskind ist die zentrale Figur weihnachtlicher Krippen und Krippenspiele. Es wird meist als ein in der Krippe liegender und in Windeln gewickelter Säugling dargestellt und gelegentlich mit einem Heiligenschein oder anderen christlichen Symbolen ausgestattet. Vorstellungen vom Jesuskind gehen allesamt auf die Evangelien und zahlreiche apokryphe Schriften zurück, welche schon in der christlichen Antike den Bau von Krippenkapellen und ganzen Kirchen anregten. Einen starken Popularitätszuwachs verzeichneten die Darstellungen durch Flugblätter und Volksbücher seit dem Spätmittelalter.



Josef



Historisch ist von Josef wenig bekannt. In der Bibel ist er nur in Matthäus 1-2 und Lukas 1-3 erwähnt. Josef kam aus Nazareth und war Zimmermann. Als Maria schwanger war, nahm er sie trotzdem zu sich und nahm auch ihr Kind an Sohnes statt an. Josefs Herkunft von König David ist historisch nicht belegt. Theologisch aber ist diese Linie wichtig: Der "Sohn Davids", als der Jesus angesehen wurde, sollte nach alttestamentlicher Verheißung in der Davidsstadt Bethlehem geboren werden. Dorthin ist Josef mit der schwangeren Maria gereist, wie es der Evangelist Lukas berichtet.



Krippe



Ob lebensgroße Darstellungen oder häusliche Miniaturkrippen: Die figürliche Inszenierung der Weihnachtsgeschichte – speziell Jesu Geburt – ist längst ein zentrales Element der Weihnachtsfeier. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts hielt die Krippe auch im evangelischen Haushalt Einzug. Krippenverehrungen haben lange Tradition: Im 4. Jahrhundert läutet der Bau einer römischen Krippenkapelle die Verbreitung auf dem europäischen Kontinent ein. Manche Figuren, so z. B. das Jesuskind, Maria oder auch Ochs und Esel, sind schon früh bekannt, andere kommen erst im Laufe der Zeit hinzu.



Krippenspiel



In Krippenspielen wird die Weihnachtsgeschichte dramatisch in Szene gesetzt. Aufführungen behandeln dabei die Thematik vom Ruf des Engels an die Hirten bis hin zur Flucht nach Ägypten, wobei die Geburt Jesu gemeinhin als zentrale Szene verstanden wird. Das Krippenspiel findet seinen Ursprung im Paradiesspiel, in dem der menschliche Erlösungsbedarf anhand des Sündenfalls (AT) thematisiert wird. Eine verstärkte Verbreitung sowie die moderne Form wurde durch die Krippenfeier zu Greccio des Franziskus von Assisi im Jahre 1223 angeregt, bei der bereits lebende Tiere eingesetzt wurden.



Kurrende



"Kurrende" bezeichnet eine heute relativ unbekannte Form des Heischebrauchs am Heiligabend. Dabei werden gegen kleinere Spenden und Geschenke Weihnachtslieder von Schulchören vorgetragen. Die gesammelten Gaben sollen traditionell armen Kindern zu Gute kommen und ihnen ein würdigeres Weihnachtsfest ermöglichen. Kurrendesänger sind seit dem Mittelalter bekannt. Die Bezeichnung für die singenden Kinder und Jugendlichen wird vom lateinischen "currere" abgeleitet, was "laufen / umherlaufen" meint und damit auf die ursprüngliche Form des Umzugs verweist.



Maria

Maria ist wohl die bekannteste Frau der Bibel. Sie wurde ca. 17 v. Chr. geboren und gehörte nach dem Tod Jesu (ca. 30 n.Chr.) zur Urgemeinde in Jerusalem. Das Neue Testament berichtet von ihrer unehelichen Schwangerschaft als junges Mädchen und legt ihr einen prophetischen Lobgesang in den Mund (das Magnificat: Lukas 1,46-55). Im Johannesevangelium wird Maria, die Mutter Jesu, Zeugin seines Todes. Nach dem Verständnis Martin Luthers ist Maria ein Vorbild im Glauben und ein Beispiel für die übergroße Gnade Gottes, der sich gerade den Niedrigen zuwendet.



Ochs und Esel



Ochse und Esel sind zentrale Figuren zahlreicher Krippendarstellungen, obwohl sie in der Weihnachtserzählung (Lukas 2) nicht vorkommen. Als traditionelle Stalltiere kennzeichnen sie einerseits den überlieferten Geburtsort des Gottessohnes und verweisen zudem symbolhaft auf die einfache und ärmliche Herkunft Jesus sowie dessen Leben in Demut und Aufopferung. "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe des Herrn" (Jesaja 1,3). Mit Bezug auf das Alte Testament wird überdies eine direkte Verbindung zwischen den Tieren und der Geburt Jesu Christi gezogen.



Schwibbogen/Weihnachtsbogen



Der Schwibbogen ist als Dekoration der Weihnachtszeit in zahlreichen Haushalten, teilweise auch im öffentlichen Raum bekannt. Im Inneren des Bogens sind meist christliche Figuren angebracht, oben werden Kerzen aufgesteckt. Die Bezeichnung "Schwibbogen" leitet sich von "Schwebebogen" ab, was als Begriff der Architektur den Stützbogen zwischen zwei Mauern meint. Das ergänzende Wort "Weihnachtsbogen" trat erst im Rahmen stärkerer Verbreitung erläuternd hinzu. Der Weihnachtsschmuck stammt aus dem Erzgebirge und fand bereits im 18. Jahrhundert im Rahmen einer Weihnachtsfeier der Bergleute Verwendung.



Weihnachtsbeleuchtung


Kölner Weihnachtsmarkt



Die Beleuchtung der Weihnachtsmärkte wird schon seit ihren Ursprüngen im 13. Jahrhundert praktiziert. In der dunklen Jahreszeit wächst der Wunsch nach Licht und Wärme. Die extreme Ausleuchtung wie sie gegenwärtig auf zahlreichen Großmärkten beobachtet werden kann, ist allerdings eine Entwicklung der 1990er Jahre und hängt mit Amerikanisierungs- und Kommerzialisierungstendenzen deutscher Bräuche allgemein zusammen.



Weihnachtsmann



Der Weihnachtsmann entstand im 16. Jahrhundert als inszeniertes Kunstprodukt und Gegendarstellung zum Heiligen Nikolaus. In seiner Entwicklung diente er verstärkt als Instrument bürgerlicher Pädagogik. Sein äußeres Erscheinungsbild war vielfältig und stets zeitgenössischen Einflüssen unterworfen, bis 1932 eine Werbekampagne des Coca-Cola-Konzerns das Aussehen des weihnachtlichen Gabenbringers nachhaltig prägte: Ein wohlbeleibter, bärtiger und in ein rot-weißes Kostüm gehüllter Weihnachtsmann wurde weltweit bekannt und dominiert seither die öffentlichen Darstellungen.



Weihnachtspyramide



Die Weihnachtspyramide ist ein dekoratives, traditionell aus Holz gefertigtes Spielzeug, welches als weihnachtlicher Haus- und gelegentlich auch Kirchen- und Gemeindeschmuck gilt. Die pyramidenförmige Konstruktion gipfelt in einem Flügelrad, welches durch das Abbrennen von Kerzen und der somit aufsteigenden warmen Luft eine permanente Rotation ermöglicht. Auf diese Weise werden die angebrachten – meist christlich-religiösen – Figuren in Bewegung und das jeweilige Publikum nach Möglichkeit in vorweihnachtliche Stimmung versetzt.



X-Mas

Der gegenwärtige Modebegriff X-Mas ist eine Kurzform des englischen "christmas", also eine im anglo-amerikanischen Raum verbreitete Bezeichnung für das deutsche Weihnachtsfest. Abweichende Ausdrücke sind keinesfalls ungewöhnlich: Das Wort "Weihnachten" wurde im mitteldeutschen Raum erst im 13. Jahrhundert bekannt und stand lange Zeit parallel zur Bezeichnung "Christtag". Das englische "christmas" findet zudem eine Entsprechung in der niederländischen "Kerstmisse" – beide Worte leiten sich von "Messe/Mette" ab. In den USA steht der Begriff "christmas" zudem Pate für diverse Städte- und Inselnamen.


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